Erste Ergebnisse für den dritten Film der Ressourcenreihe: OUTGROW THE SYSTEM

Auch bei der dritten Filmveranstaltung der Reihe zum Thema RESSOURCEN wurde eine Umfrage zur Rezeption von Cecilia Paulssons & Anders Nielssons OUTGROW THE SYSTEM durchgeführt. Hier werden die ersten Ergebnisse aus den Fragebögen präsentiert.

Poster des Dokumentarfilms "Outgrow the System" über den Wandel zu einer nachhaltigen Wirtschaft. Visionen der Nachhaltigkeit
I. DER FILM

OUTGROW THE SYSTEM

Cecilia Paulsson & Anders Nielsson | 2023 | Schweden | 58 min | OmdU

Das heutige Wirtschaftssystem verbraucht unsere endlichen natürlichen Ressourcen in alarmierendem Tempo. Outgrow the System untersucht, wie wir zum Wesentlichen zurückkehren können, um ein Wirtschaftssystem zu entwerfen, das unsere knappen Ressourcen nachhaltig verwaltet.

Über die enge Mainstream-Debatte und die Lehren der Business Schools hinaus entstehen zahlreiche neue wirtschaftliche Ideen und Praktiken. Sie stellen alte Annahmen in Frage und bieten neue Perspektiven dafür, wie wir unsere Produktion und unseren Konsum neu organisieren können, um unser Überleben als Spezies auf diesem Planeten zu sichern.

II. DIE DATENERHEBUNG

Datenerhebung im Harmonie Kino

OUTGROW THE SYSTEM wurde am 24.06.2025 im Harmonie Kino Freiburg gezeigt. Die rund 100 Zuschauer:innen hatten die Wahl zwischen einem Online- und einem Papier-Fragebogen. Dabei wurden neben Einstellungen zu alternativen, ökologisch-nachhaltigen Wirtschaftssystemen auch emotionale Reaktionen auf den Film abgefragt.

Der Fragebogen umfasste drei Teile: Der erste Teil wurde kurz vor der Filmvorführung ausgefüllt, der zweite Teil direkt nach dem Film. Der dritte Teil folgte nach der anschließenden Podiumsdiskussion mit den Expert:innen Eva Stegen (EWS Schönau) und Nick von Andrian (Uni Freiburg / KoWerk).

Publikum in einem Saal beim Ausfüllen von Fragebögen Visionen der Nachhaltigkeit
III. DIE ERSTEN FORSCHUNGSERGEBNISSE

Hier folgt nun ein Einblick in die erste, deskriptive Auswertung des Fragebogens: Das sogenannte „n“ steht für die Anzahl der Personen, die die Frage beantwortet haben. Ein „n=67“ bedeutet also, dass 67 Zuschauer:innen eine Antwort abgegeben haben. Alle aufgeführten Ergebnisse sind noch unter Vorbehalt einer tiefergehenden Datenverarbeitung und -auswertung zu betrachten.

Die Erhebung zeigte, dass ein grundsätzlicher Wandel im Wirtschaftssystem für das Erreichen einer ökologisch-nachhaltigen Gesellschaft von rund 87% der Befragten als „sehr wichtig“ eingeschätzt wird, wie Abbildung 1 zeigt.

Abb. 1 „Wie wichtig ist ein grundsätzlicher Wandel im Wirtschaftssystem für das Erreichen einer ökologisch-nachhaltigen Gesellschaft?“

Zudem zeigt Abbildung 2, dass sich 93,5% unserer befragten Zuschauer:innen gerne (noch) mehr für ein ökologisch-nachhaltiges Wirtschaftssystem einsetzen würden.

Abb. 2 „Würdest Du Dich gerne (noch) mehr für ein ökologisch-nachhaltiges Wirtschaftssystem einsetzen?“

Wie Abbildung 3 zeigt, wurden dabei vor allem Bequemlichkeit (50,8%)Zeitmangel (42,9%) sowie eingeschliffene Gewohnheiten (42,9%) als Hindernisse genannt, um sich mehr für ein ökologisch-nachhaltiges Wirtschaftssystem einzusetzen.

Abb. 3 „Wo siehst Du Hindernisse, um Dich (noch) mehr für ein ökologisch-nachhaltiges Wirtschaftssystem einzusetzen?“

Besonders interessant für uns waren bei diesem Film Einstellungen gegenüber ökologisch-nachhaltigen Wirtschaftssystemen, insbesondere die Frage danach, ob diese auch in Verbindung mit sozialer Nachhaltigkeit wahrgenommen werden. Wie auf Abbildung 4 zu erkennen ist, erhöhte sich nach der Filmvorführung sehr deutlich die Zustimmung zur Aussage „Ökologisch-nachhaltige Wirtschaftssysteme gehen mit mehr sozialer Gerechtigkeit einher“, nämlich von 58,9% auf 78,6% („stimme zu“).

Abb. 4 Zustimmung zur Aussage: „Ökologisch-nachhaltige Wirtschaftssysteme gehen mit mehr sozialer Gerechtigkeit einher.“

Abbildung 5 zeigt die Aussage „Ich habe die Möglichkeit, mich aktiv am Wandel hin zu einem ökologisch-nachhaltigen Wirtschaftssystem zu beteiligen“, bei der auch eine erkennbare Einstellungsänderung im Vergleich vor und nach dem Film festzustellen ist. So stimmten anfänglich noch 30,4% der Befragten der Aussage zu, nach der Filmvorführung waren es mit 50% („stimme zu“) sogar die Hälfte der befragten Zuschauer:innen.

Abb. 5 Zustimmung zur Aussage: „Ich habe die Möglichkeit, mich aktiv am Wandel hin zu einem ökologisch-nachhaltigen Wirtschaftssystem zu beteiligen.“

Auch in dieser Erhebung haben wir wieder emotionale Reaktionen auf den Film abgefragt. Wie Abbildung 6 darstellt, gab die Mehrheit (72,3%) der Befragten an, dass der Dokumentarfilm bei ihnen ein Gefühl von Hoffnung hervorrief. Die zweithäufigste genannte Empfindung war Tatendrang (48,9%), gefolgt von Frust (44,7%).

Abb. 6 „Welche Emotionen hat der Film bei Dir ausgelöst?“

Ob OUTGROW THE SYSTEM unsere Zuschauer:innen dazu angeregt hat, sich (noch) mehr für ein ökologische-nachhaltiges Wirtschaftsystem einzusetzen, wurde mit einer Mehrheit von 77,6% bejaht, wie auf Abbildung 7 zu erkennen ist.

 Abb. 7 „Hat der Film Dich angeregt, Dich (noch) mehr für ein ökologisch-nachhaltiges Wirtschaftssystem einzusetzen?“

Besonders wichtig im Zusammenhang mit unseren Forschungsfragen waren auch die Antworten unserer Zuschauer:innen zur Frage, ob die anschließende Diskussion einen Mehrwert hatte. Abbildung 8 zeigt, dass 84,4% der Befragten angaben, dass dies der Fall war. Dieser hohe Wert stützt unsere Annahme, dass es sinnvoll sein kann, Dokumentarfilme zu Nachhaltigkeitsthemen in Kombination mit einer anschließenden Diskussion mit Expert:innen anzubieten.

Abb. 8 „Hatte die anschließende Diskussion einen Mehrwert für Dich?“

 

IV. FAZIT

Zusammenfassend hat die Auswertung gezeigt, dass der Film  OUTGROW THE SYSTEM vor allem ein Gefühl von Hoffnung bei vielen unserer Zuschauer:innen auslöste, aber – neben Tatendrang – auch einen gewissen Frust. Der Film hatte darüber hinaus einen positiven Einfluss auf Einstellungen zur Wahrnehmung und Selbstwirksamkeit, was ökologisch-nachhaltiges Wirtschaften betrifft. Die anschließende Diskussion mit Expert:innen aus der Forschung hatte dabei einen Mehrwert für einen Großteil des Publikums.

Wir danken allen, die an unserer Umfrage teilgenommen haben!

Im nächsten Schritt erfolgt eine vertiefende Auswertung der erhobenen Daten sowie die Erweiterung um eine Zusammenhangsanalyse. Stay tuned!