WinK
WinK-Arbeitspakete (AP)
In Anlehnung an die Konstellationsanalyse nach Schön et al. (2007) identifizieren wir in einem ersten Schritt soziale Akteure, technische Elemente, natürliche Elemente und Zeichenelemente wie kulturelle Normen, Gesetze und Politiken und setzen sie zueinander in Beziehung. Zusammen mit den Praxispartner:innen kartieren wir die Konstellationen in beiden Stadtteilen und analysieren sie anschließend aus einer intersektionalen Perspektive. Dabei sind vor allem Fragen nach Macht- und Einflussstrukturen relevant.
Im zweiten Arbeitspaket analysieren wir den Ist-Zustand und die Bedarfe marginalisierter Gruppen in beiden Quartieren. Über Umfragen und Gespräche erfassen wir, wie die Menschen vor Ort Hitzebelastungen wahrnehmen und welche Ursachen und Lösungen sie nennen. Zudem sichten wir Planungsdokumente der Städte Freiburg und Karlsruhe, um abgeschlossene, laufende und geplante Hitzeanpassungsmaßnahmen zu erfassen und identifizieren best practices aus anderen Städten und Stadtteilen.
Basierend auf den identifizierten best practices und den Bedarfen der Menschen vor Ort erfolgt im dritten Arbeitspaket die gemeinsame Konzeption von Hitzeanpassungsmaßnahmen, die negative soziale Folgen für marginalisierte Gruppen reduzieren oder vermeiden sollen. Dies geschieht in einem Workshop mit Vertreter:innen von sowie Personen marginalisierter Gruppen in beiden Städten und Quartieren. Den Fokus legen wir auf die Auswahl von geeigneten ressourcen- und emissionsarmen Hitzeanpassungsmaßnahmen zur experimentellen Überprüfung.
Die Begleitung der Arbeitspakete 2-4 erfolgt durch eine formative Evaluierung und Reflexion des Öko-Instituts, um Reflexionsschleifen innerhalb des Projektes anzubieten und die Zusammenarbeit wie auch die Realexperimente kontinuierlich anzupassen. Das Gelernte kann noch während des Projektes, bspw. im zweiten Durchlauf der Realexperimente im Sommer 2027 sowie in der Ausformulierung von Empfehlungen (AP6 und AP7) integriert werden.
Im Anschluss an die Realexperimente werden die Ergebnisse aus beiden Stadtteilen vergleichend untersucht. Auf dieser Basis formulieren wir Handlungsempfehlungen für die jeweiligen Stadtverwaltungen sowie auch übergeordnete Erkenntnisse für die Ermöglichung integrativer und intersektionaler Klimagerechtigkeit.
Die Ergebnisse werden in Form von wissenschaftlichen Publikationen, Policy Briefs und Broschüren sowie einem Abschlussworkshop für potenzielle Transferpartner:innen aufgearbeitet und dokumentiert.
Es ist beabsichtigt, die Reallabore nach Projektende zu verstetigen. Das „Quartier Zukunft“ in Karlsruhe ist bereits ein langfristig angelegtes Reallabor. Die Fortführung in Weingarten soll über die Zusammenarbeit mit dem Forum Weingarten und durch die Anbindung an Aktivitäten der Stadt Freiburg realisiert werden.
Projektbeteiligte
► Universität Freiburg: Prof. Dr. Tanja Mölders, Wiebke Thomas, Jana Frank
► Karlsruher Institut für Technologie: Pia Laborgne, Dr. Richard Beecroft, Laura Splawski
► Praxispartner: Öko-Institut (Dr. Melanie Mbah, Alexandra Lampke), Bürgerverein Oststadt e.V. Karlsruhe, Forum Weingarten, Stadt Karlsruhe (Fachbereich Klima im Umwelt- und Arbeitsschutz), Stadt Freiburg (Klimaanpassungsmanagement)
Impact und Beiträge
| Datum | Quelle | Kurzbeschreibung | Link |
|---|---|---|---|
| Mai 2026 | Stadtteilzeitung Weingarten (S. 18) |
Weingarten ist heiß! Mach mit bei unserem Projekt zum Umgang mit Hitze in unserem Stadtteil |
zur Stadtteil-Zeitung |
| Februar 2026 | Oststadtbürger, Karlsruhe |
Rubrik: Karlsruher Transformationszentrum (KAT) /KIT (Seite 9) Information der Bürger:innen über die Projektteilnahme und Aufruf, sich zu beteiligen. |
zum Online-Dokument |
Das ICN-Projekt WinK war bei DAS FEST in Karlsruhe zu Gast. Die Projektbeteiligten konnten mit Besucher:innen über Hitze und Abkühlung in der Stadt sprechen, heiße und kühle Orte auf einer Karte sammeln und herausfinden, was einen guten Abkühlungsort ausmacht. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem sozialen Umgang mit Hitze. WinK fragte danach, wie Menschen Nachbar:innen und ihr persönliches Umfeld während heißer Tage unterstützen und welche Unterstützung sie selbst erfahren. So konnten neben den räumlichen Bedingungen auch Erfahrungen mit gegenseitiger Unterstützung und dem Zusammenleben im Quartier gesammelt werden.
Darüber hinaus konnte WinK im Rahmen wissenschaftlicher Kurzvorträge bei "Corner < Science > to meet you!" vorgestellt werden und so noch mehr Menschen ansprechen.
Am 21.07.2026 fand in Freiburg der Workshop „Nachhaltige und klimagerechte Stadt“ mit Dr. Thomas Wanner von der University of Adelaide statt. Neben dem Projektteam haben auch Vertreter:innen der Stadt Freiburg, von KlimaPlus, ICLEI Europe und des Innovationscampus Nachhaltigkeit (ICN) teilgenommen.
Nach einem Input zu urbaner Klimagerechtigkeit durch WinK und einem Einblick in die Klimaanpassungsmaßnahmen der Stadt Freiburg diskutierten die Teilnehmenden in Gruppen die schon bestehenden Politiken und Instrumente für Klimaschutz und -anpassung in Freiburg hinsichtlich sozialer Gerechtigkeit und erarbeiteten sie Herausforderungen und Unterstützungsbedarfe für den Transformationsprozess hin zu einer klimagerechten Stadt.
Dr. Wanner stellte anschließend Nachhaltigkeits- und Klimapolitiken aus Adelaide vor. Im gemeinsamen Gespräch wurde deutlich, dass gerechte nachhaltige Transformationen ein konsequentes Um- und Neudenken in Bezug auf gesellschaftliche Teilhabe, Empowerment und Ökonomieverständnisse erfordern. Die produktive Atmosphäre und das große Engagement aller Beteiligten lieferten wertvolle Impulse für das ICN-Projekt WinK.
Am 16. Juli 2026 fand das zweite Projekttreffen von WinK im Zukunftsraum der Karlsruher Oststadt statt.
Nach einer Begehung des Reallabors "Quartier Zukunft" in der Karlsruher Oststadt begann das Projekttreffen. Das Projektteam stellte die Umfrage „Umgang mit sommerlicher Hitzebelastung in der Karlsruher Oststadt/ Freiburg Weingarten“ vor, in der 47 Vereine, Kitas und Schulen sowie weitere soziale Einrichtungen, aber auch lokale Unternehmen zum Thema Hitzebelastung und Hitzeanpassung befragt wurden. Im Anschluss an den Austausch über die Ziele und Strategien in Freiburg mit anschließender Feedbackrunde wurden die aktuellen Ideen für passende Hitzeanpassungsmaßnahmen in Karlsruhe, wie z.B. ein hitzegerechtes Picknick oder hitzegerechte „Schwätzlebänke“, präsentiert. Diese sollen Orte schaffen, wo Menschen im Schatten zusammenkommen können und so das Gemeinschaftsgefühl im Quartier und der Stadt gestärkt wird.
Mit einem ersten Praxis-Workshop im Freiburger Stadtteil Weingarten ist das Projekt „Wege integrativer Klimagerechtigkeit“ (WinK) in die gemeinsame Arbeit mit lokalen Akteur:innen und Bewohner:innen gestartet. Im Mittelpunkt des Projekts stehen Klima- und insbesondere Hitzeanpassungsmaßnahmen in Freiburg und Karlsruhe, wobei soziale Gerechtigkeit und Intersektionalität eine zentrale Rolle spielen.
An dem Workshop nahmen Vertreter:innen aus Initiativen, Vereinen und der Nachbarschaft teil. Gemeinsam diskutierten sie die Auswirkungen von Hitze im Stadtteil und tauschten Erfahrungen sowie Ideen für eine bessere Anpassung aus. Als besondere Herausforderungen wurden gesundheitliche Belastungen, versiegelte Flächen, fehlende Grün- und Schattenbereiche sowie ein mangelndes Angebot an Trinkwasserstellen genannt.
Im Rahmen des Workshops entwickelten die Teilnehmenden konkrete Maßnahmenvorschläge. Als besonders wünschenswert wurden die Kennzeichnung von Geschäften zur kostenlosen Befüllung von Trinkwasserflaschen, die Entsiegelung von Flächen sowie die Schaffung von Wasserspielelementen und Sonnensegeln auf Spielplätzen bewertet. Zu allen drei Themen bildeten sich Arbeitsgruppen, die die Ideen in den kommenden Monaten gemeinsam mit dem WinK-Projektteam weiterverfolgen werden.
Der Workshop verdeutlichte das große Engagement vor Ort und legte einen wichtigen Grundstein für die weitere Projektarbeit zur Hitzeanpassung in Weingarten. Das WinK-Team bedankt sich bei allen Beteiligten für den erfolgreichen Austausch und die zahlreichen Impulse.
Anfang März fand an der Universität Freiburg ein erstes Kennenlernen des Teams und der Praxispartner:innen im Rahmen des ICN-Projekts „WinK – Wege integrativer Klimagerechtigkeit“ statt. Neben der Projektvorstellung wurden Ideen und Erwartungen an das Projekt ausgetauscht sowie die nächsten Schritte geplant. Es herrschte eine entspannte Atmosphäre und die Zusammenarbeit war von effektivem Arbeiten, kreativen Ideen und Motivation geprägt. In den nächsten Monaten werden sowohl in Karlsruhe als auch in Freiburg weitere Treffen und Workshops stattfinden, um partizipativ Bedarfe und Ideen für Hitzeanpassungsmaßnahmen zu entwickeln.





