Erste Ergebnisse für den Eröffnungsfilm der Well-being-Reihe: WHY WE CYCLE

Bei der ersten Filmveranstaltung der Reihe zum Thema Well-being wurde eine Umfrage zur Rezeption von Gertjan Hulsters & Arne Gielens WHY WE CYCLE durchgeführt. Hier werden die ersten Ergebnisse aus den Fragebögen präsentiert.

Postertext mit der Worte „WHY WE CYCLE“ und Filmdruck darunter. Visionen der Nachhaltigkeit
I. DER FILM

WHY WE CYCLE

Gertjan Hulster & Arne Gielen | 2020 | Niederlande| 56 min | OmdU

Für die Niederländer ist Radfahren so normal wie Atmen. Sie denken nicht darüber nach, sie tun es einfach – zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter, auf dem Land und in der Stadt. Vielleicht ist die Tatsache, dass sie nicht darüber nachdenken, auch der Schlüssel zum großen Erfolg des Fahrrads in den Niederlanden.

Der Dokumentarfilm Why We Cycle macht eine Radtour mit gewöhnlichen Radfahrern und Fachleuten aus verschiedenen Disziplinen. Diese Gespräche decken einige offensichtliche, aber noch viel mehr verborgene Auswirkungen des Radfahrens auf die Menschen, die Gesellschaft und die Organisation der Städte auf. Ein Film der Spaß und Lust aufs Radfahren macht.

II. DIE DATENERHEBUNG

WHY WE CYCLE wurde am 28.10.2025 im Harmonie Kino Freiburg gezeigt. Die rund 100 Zuschauer:innen hatten die Wahl zwischen einem Online- und einem Papier-Fragebogen. Dabei wurden neben Einstellungen zum Fahrradfahren auch emotionale Reaktionen auf den Film abgefragt.

Der Fragebogen umfasste drei Teile: Der erste Teil wurde kurz vor der Filmvorführung ausgefüllt, der zweite Teil direkt nach dem Film. Der dritte Teil folgte nach der anschließenden Podiumsdiskussion mit den Expert:innen Fabian Kern, VCD Freiburg, Zeinab El Hage Ali, Bike Bridge Freiburg und Gregor Falter, Bike Bridge Freiburg.

III. DIE ERSTEN FORSCHUNGSERGEBNISSE

Hier folgt ein Einblick in die erste, deskriptive Auswertung des Fragebogens: Das sogenannte „n“ steht für die Anzahl der Personen, die die Frage beantwortet haben. Ein „n=67“ bedeutet also, dass 67 Zuschauer:innen eine Antwort abgegeben haben. Alle aufgeführten Ergebnisse sind noch unter Vorbehalt einer tiefergehenden Datenverarbeitung und -auswertung zu betrachten.

Die Erhebung zeigte, dass es den Zuschauer:innen sehr wichtig ist (91,5%), in einer fahrradfreundlichen Umgebung zu leben, wie Abbildung 1 veranschaulicht.

Abb. 1 „Wie wichtig ist es Dir, in einer fahrradfreundlichen Umgebung zu leben?“

Zudem zeigt Abbildung 2, dass 87,3% unserer befragten Zuschauer:innen gerne (noch) mehr mit dem Fahrrad fahren würden.

Abb. 2 „Würdest Du gerne (noch) mehr mit dem Fahrrad fahren?“

Dabei gibt es jedoch auch Hindernisse. Wie Abbildung 3 zeigt, sind es vor allem zu wenig sichere Radwege (50,7%), die als Erschwernis wahrgenommen werden, um (noch) mehr mit dem Fahrrad zu fahren. Daneben spielen auch eine gewisse Bequemlichkeit (31,0%) sowie Zeitmangel (29,6%) eine Rolle, wenn auch weniger stark ausgeprägt.

Abb. 3 „Wo siehst Du Hindernisse, um (noch) mehr mit dem Fahrrad zu fahren?“

Besonders von Interesse war für uns die soziale Komponente beim Fahrradfahren. So konnte eine Einstellungsänderung durch den Film gemessen werden. Wie auf Abbildung 4 zu erkennen ist, erhöhte sich nach der Filmvorführung die Zustimmung zur Aussage „Fahrradfahren schafft Begegnungsräume und fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt“ deutlich, nämlich von 57,4% auf 77,9% („stimme zu“).

Abb. 4: Zustimmung zur Aussage: „Fahrradfahren schafft Begegnungsräume und fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

Auch in dieser Erhebung haben wir wieder emotionale Reaktionen auf den Film abgefragt. Wie Abbildung 5 darstellt, gab die Mehrheit der Befragten an, dass der Dokumentarfilm bei ihnen ein Gefühl von Verbundenheit (74,3%) und Hoffnung (70,0%) hervorrief. Die dritthäufigste genannte Empfindung war Tatendrang (47,1%).

Abb. 5: „Welche Emotionen hat der Film bei Dir ausgelöst?“

Ob WHY WE CYCLE unsere Zuschauer:innen dazu angeregt hat, (noch) mehr mit dem Fahrrad zu fahren, wurde mit einer Mehrheit von 66,7% bejaht, wie auf Abbildung 6 zu erkennen ist. Ein Blick in die optionale Begründungen der Antworten zeigt, dass viele der Befragten bereits sehr häufig mit dem Fahrrad fahren würden und daher eine Steigerung kaum mehr möglich sei.

Abb. 6: „Hat der Film Dich angeregt, (noch) mehr mit dem Fahrrad zu fahren?“

Besonders wichtig im Zusammenhang mit unseren Forschungsfragen waren auch die Antworten unserer Zuschauer:innen zur Frage, ob die anschließende Diskussion einen Mehrwert hatte. 92,5% der Befragten gaben an, dass dies der Fall war (siehe Abbildung 7). Dieser hohe Wert stützt unsere Annahme, dass es sinnvoll sein kann, Dokumentarfilme zu Nachhaltigkeitsthemen in Kombination mit einer anschließenden Diskussion mit Expert:innen anzubieten.

Abb. 7: „Hatte die anschließende Diskussion einen Mehrwert für Dich?“

 

IV. FAZIT

Zusammenfassend hat die Auswertung gezeigt, dass der Film WHY WE CYCLE vor allem ein Gefühl von Verbundenheit und Hoffnung bei vielen unserer Zuschauer:innen auslöste. Der Film hatte darüber hinaus einen positiven Einfluss auf die Einstellung gegenüber der sozialen Dimensionen des Fahrradfahrens, was die Möglichkeit für Begegnungsräume und die Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts betrifft. Die anschließende Diskussion mit Expert:innen aus der Forschung hatte dabei einen deutlichen Mehrwert für das Publikum.

Wir danken allen, die an unserer Umfrage teilgenommen haben!

Im nächsten Schritt erfolgt eine vertiefende Auswertung der erhobenen Daten sowie die Erweiterung um eine Zusammenhangsanalyse. Stay tuned!