Erste Ergebnisse für den Eröffnungsfilm der Ressourcenreihe: UNSER BODEN – UNSER ERBE

Bei der ersten Filmveranstaltung unserer neuen Reihe zum Thema RESSOURCEN wurde eine Umfrage zur Rezeption von Marc Uhligs UNSER BODEN – UNSER ERBE durchgeführt.Hier werden die ersten Ergebnisse aus den Fragebögen präsentiert.

Zwei Hände halten Erde mit einem kleinen Pflänzchen – Umwelt, Zukunft, Erde. Visionen der Nachhaltigkeit
I. DER FILM

UNSER BODEN – UNSER ERBE

Marc Uhlig| 2020 | Deutschland | 76 min | DF

Gesunde Böden sind nach den Ozeanen der größte Speicher für Treibhausgase und tragen wesentlich zur Senkung von CO2 bei. Aber um zehn Zentimeter fruchtbare Erde zu bilden, braucht unser Planet mehr als 2.000 Jahre. Und dennoch nutzen wir unsere Böden, als wären sie unerschöpflich. Damit ist unsere Lebensmittelquelle gefährdet – durch uns Menschen! Was bedeutet das für die Zukunft? Wie muss sich die Landwirtschaft, die Gesellschaft ändern, damit wir unseren Kindern eine lebendige Welt mit lebendigen Böden weitergeben können? Der Dokumentarfilm Unser Boden, unser Erbe zeigt, wie wichtig und zugleich extrem bedroht unsere Lebensgrundlage, der Boden ist.

 

II. DIE DATENERHEBUNG

UNSER BODEN – UNSER ERBE wurde am 29.04.2025 im Harmonie Kino Freiburg gezeigt. Die rund 100 Zuschauer:innen hatten die Wahl zwischen einem Online- und einem Papier-Fragebogen. Dabei wurden neben Einstellungen zur Rolle der ökologisch-nachhaltigen Landwirtschaft für die Bodengesundheit auch emotionale Reaktionen auf den Film abgefragt.

Der Fragebogen umfasste drei Teile: Der erste Teil wurde kurz vor der Filmvorführung ausgefüllt, der zweite Teil direkt nach dem Film. Der dritte Teil folgte nach der anschließenden Podiumsdiskussion mit dem Bio-Landwirt Florian Binder vom Lindenbrunnenhof in Forchheim, der nach Prinzipen der nachhaltigen Kreislaufwirtschaft und der lokalen Direktvermarktung bewirtschaftet wird.

Publikum in einem Konferenzsaal, einige sitzen, andere stehen; Vortragende rechts spricht. Visionen der Nachhaltigkeit
III. DIE ERSTEN FORSCHUNGSERGEBNISSE

Hier ein Einblick in die erste, deskriptive Auswertung des Fragebogens: Das sogenannte „n“ steht für die Anzahl der Personen, die die Frage beantwortet haben. Ein „n=67“ bedeutet also, dass 67 Zuschauer:innen eine Antwort abgegeben haben.

Die Eingangserhebung zeigte, dass es bereits vor der Filmvorführung im Publikum ein großes Interesse am Themenkreis Nachhaltigkeit und Ernährung gab. Wie Abbildung 1 zeigt, beantworteten 61,2 % der Zuschauer:innen, die an der Umfrage teilnahmen, die Frage „Wie wichtig ist Dir derzeit das Thema Nachhaltigkeit im Bereich Ernährung? mit „sehr wichtig“ und 38,8% mit „wichtig“.

Abb. 1 „Wie wichtig ist Dir derzeit das Thema Nachhaltigkeit im Bereich Ernährung?“

Wie Abbildung 2 zeigt, wurden dabei vor allem zu hohe Kosten (56,9%) und eingeschliffene Gewohnheiten (46,2%), sowie Bequemlichkeit (36,9%) als Hindernisse für eine ökologisch-nachhaltige Ernährung wahrgenommen.

Balkendiagramm zur Wahrnehmung von Hindernissen für ökologische Ernährung; Kategorien mit Prozentanteilen.
Abb. 2 „Wo siehst Du Hindernisse, um Dich noch ökologisch-nachhaltiger zu ernähren?“

Besonders interessant für uns waren bei diesem Film Einstellungen zur Selbstwirksamkeit zur Unterstützung der ökologischen Landwirtschaft, die schonend und nachhaltig mit der wertvollen Ressource Boden umgeht. Wie auf Abbildung 3 zu erkennen ist, erhöhte sich nach der Filmvorführung die Zustimmung zur Aussage „Ich habe die Möglichkeit, ökologisch-nachhaltige Landwirtschaft zu unterstützen“ von 65,0% auf 73,3% („Stimme zu“).

Graph: Zustimmung zur Aussage über ökologische, nachhaltige Landwirtschaft vor und nach einem Film.
Abb. 3 Zustimmung zur Aussage: „Ich habe die Möglichkeit, ökologisch-nachhaltige Landwirtschaft zu unterstützen.“

Auch in dieser Erhebung haben wir wieder emotionale Reaktionen auf den Film abgefragt. Wie Abbildung 4 zeigt, gab die Mehrheit (58,6 %) der Befragten an, dass der Dokumentarfilm bei ihnen ein Gefühl der Verbundenheit hervorrief. Die zweithäufigste genannte Empfindung war Hoffnung (50,0 %), gefolgt von Mitgefühl (41,4%) mit den im Film gezeigten Landwirten. 34,3% der Zuschauer:innen empfanden Trauer und 31,4% Tatendrang.

Umfragegrafik: Gefühle beim Film, Mehrfachantworten möglich (70 Teilnehmende).
Abb. 4 „Welche Emotionen hat der Film bei Dir ausgelöst?“

Ob UNSER BODEN – UNSER ERBE unsere Zuschauer:innen dazu angeregt hat, sich (noch) ökologisch-nachhaltiger zu ernähren, wurde von der Mehrheit unserer Zuschauer:innen bejaht (81,8%) und zeigt damit ein eindeutiges Ergebnis, wie auf Abbildung 5 zu erkennen ist.

Umfragegrafik: Ja 81,8%; Nein 18,2% zur Frage ökologische Ernährung durch Film inspiriert.
Abb. 5 „Hat der Film Dich angeregt, Dich (noch) ökologisch-nachhaltiger zu ernähren?“

Besonders wichtig im Zusammenhang mit unseren Forschungsfragen waren auch die Antworten unserer Zuschauer:innen zur Frage, ob die anschließende Diskussion mit dem Bio-Landwirt Florian Binder vom Lindenbrunnenhof einen Mehrwert hatte. Abbildung 6 zeigt, dass 78,6% der Zuschauer:innen angaben, dass dies der Fall war. Dieser hohe Wert stützt unsere Annahme, dass es sinnvoll sein kann, Dokumentarfilme zu Nachhaltigkeitsthemen in Kombination mit einer anschließenden Diskussion mit Expert:innen anzubieten – gerade auch, wenn solche Expert:innen aus der Praxis kommen. 

Umfragegrafik: Mehrheit bejaht Diskussion zu Mehrwert; Ja 78,6%, Nein 21,4% (n=56).
Abb. 6 „Hatte die anschließende Diskussion einen Mehrwert für Dich?“

 

IV. FAZIT

Zusammenfassend hat die erste Auswertung gezeigt, dass Marc Uhligs UNSER BODEN – UNSER ERBE vor allem ein Gefühl von Verbundenheit bei vielen unserer Zuschauer:innen auslöste in Verbindung mit Hoffnung. Der Film hatte darüber hinaus Einfluss auf Einstellungen zur Selbstwirksamkeit bei der Unterstützung von ökologisch-nachhaltiger Landwirtschaft und das damit verbundene Bedürfnis, sich ökologisch-nachhaltiger zu ernähren. Die anschließende Diskussion mit einem engagierten Bio-Landwirt aus der Region hatte dabei einen Mehrwert für einen Großteil des Publikums.

Wir danken allen, die an unserer Umfrage teilgenommen haben!

Im nächsten Schritt erfolgt eine vertiefende Auswertung der erhobenen Daten sowie die Erweiterung um eine Zusammenhangsanalyse. Stay tuned!