Transdisziplinäre und transformative Nachhaltigkeitsbildung

„Qualität in Studium und Lehre steigern durch transdisziplinäre und transformative Nachhaltigkeitsbildung an Baden-Württembergs Hochschulen“

Der Innovationscampus Nachhaltigkeit (ICN) hat ein Konzept für eine zukunftsweisende Nachhaltigkeitsbildung an Hochschulen entwickelt. Das Konzept wurde Ende Juli 2025 zur Prüfung eingereicht und wird nun durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) mit 2,4 Mio. € aus dem Bund-Länder-Programm „Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken“ gefördert. Der Förderzeitraum erstreckt sich von Oktober 2025 bis Februar 2028.

Das Projekt Transdisziplinäre und transformative Nachhaltigkeitsbildung (TTNB)" fokussiert darauf, exzellent transdisziplinäre und transformative Nachhaltigkeitsbildung in Studium und Lehre an den Hochschulen in Baden-Württemberg zu etablieren und zu stärken. Neun Maßnahmen, u.a. Digitale Lehr-Lern-Labore, TransImpactHubs, vernetzte transformative Projektseminare, niederschwellige (analoge und digitale) Nachhaltigkeitslehrangebote „to go“ sowie eine Winter School Sustainability werden in den nächsten zwei Jahren konzipiert, pilotiert und an Hochschulen in Baden-Württemberg angeboten.

Wie alle ICN-Projekte wird dieses Projekt sowohl am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) als auch an der Universität Freiburg umgesetzt. Die Projektleitung liegt bei Dr. Susanne Gerstberger (KIT) und Dr. Katja Brundiers (Universität Freiburg), begleitet durch die ICN-Geschäftsführung. Dr. Oliver Parodi steht dem Projekt als Ansprechpartner im Forschungsdirektorium zur Seite. Der Projektstart erfolgte am 15. Oktober 2025 – die vollständige Teambesetzung ist für 2026 vorgesehen.

Maßnahmen
TTNB

M1 Digitale Lehr-Lern-Labore

In der Nachhaltigkeitsbildung an Hochschulen werden viele der neuen digitalen und z.T. KI-basierten Lehr- und Lehrformaten noch unzureichend genutzt. Diese Maßnahme soll hier Abhilfe schaffen, indem sie solche Formate für interaktives Lernen und transdisziplinäre Zusammenarbeiten an innovativen Nachhaltigkeitslösungen zugänglich macht. Die Maßnahme bereitet diese Formate so auf, dass Lehrende sich diese leicht aneignen können, z.B. Videos und Fallstudien zur Inhaltsvermittlung mit interaktiven Projektaufgaben kombiniert.

M2 TransImpactHubs

An vielen Hochschulen werden Lehrformate, in denen Studierende eng mit der Praxis an Nachhaltigkeitsinnovationen arbeiten, bisher noch selten angeboten. Diese Maßnahme richtet eine dauerhafte Schnittstelle zwischen Hochschule und Praxis ein. Die TransImpactHubs werden mit Koordinator:innen besetzt, die Praxisvertreter:innen mit Lehrenden und Studierenden vernetzen, um Nachhaltigkeitsherausforderungen in kooperativen Lernformaten zu bearbeiten. Die Resultate der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis werden der Öffentlichkeit anschaulich auf der Projektplattform zugänglich gemacht.

M3 Vernetzte Projektseminare und Selbstexperimente

Häufig fehlt es zudem an strukturierten, interdisziplinären und praxisorientierten Lehrveranstaltungen, in denen Studierende Problemlösungskompetenzen erwerben können. Diese Maßnahme konzipiert und führt zu diesem Zweck vernetzte Projektseminare durch. Studierende verschiedener Studiengänge und Hochschulen erarbeiten zusammen mit Praxisvertreter:innen Lösungen für Nachhaltigkeitsprobleme. Parallel werden Studierende (und Lehrende) in Selbstexperimenten angeleitet, um die Herausforderungen der Nachhaltigkeitstransformation durch eigene, individuelle Erfahrungen zu verstehen. 

M4 Nachhaltigkeitslehr- und -lernangebote „to go“

Diese Maßnahme erstellt niederschwellige Einführungen, Übungen und andere Lehr-/Lernformate zu lösungsorientierter Nachhaltigkeitsbildung und zur transdisziplinären Zusammenarbeit. Sie richten sich an ein breites Publikum. Zudem werden Vorlagen für die Beurteilung des Lernerfolgs von Studierenden hinsichtlich Problemlösungskompetenz erarbeitet. Die Formate sind fachübergreifend in verschiedenen Medien (analog, digital, hybrid) nutzbar, so dass Lehrende sie leicht integrieren können.

M5 Winter School Sustainability

Diese Maßnahme pilotiert eine Winter School zur transformativen Nachhaltigkeitsforschung. Sie vermittelt die methodischen Grundlagen und das praktische Vorgehen lösungsorientierter Forschung zu Nachhaltigkeitsinnovationen aller Art. Sie richtet sich an angehende Nachhaltigkeitswissenschaftler:innen aller Fachrichtungen in Baden-Württemberg, sowie z. T. auch aus anderen Bundesländern und dem europäischen Ausland. Die Winter School fördert Austausch und Teilnahme am internationalen Diskurs der Nachhaltigkeitswissenschaft.

M6 Kampagne und Lehrpreis

Die Kampagne schafft Aufmerksamkeit für transdisziplinäre und transformative Nachhaltigkeitsbildung, akzentuiert durch die Lancierung eines entsprechenden Lehrpreises. 

M7 Plattform

Diese Maßnahme richtet eine Plattform „Studium & Lehre für Nachhaltigkeit Baden-Württemberg“ ein und stärkt die Koordination nachhaltigkeitsorientierter Lehre der Hochschulen.

M8 Fellowships

Diese Maßnahme offeriert Lehrenden in Baden-Württemberg Unterstützung, damit sie ihre eigenen Ideen in innovative Lehrprojekte umsetzen und weiterentwickeln können.

M9 Kongress

Der Kongress im Jahr 2027 bietet Einblicke in die Projektergebnisse und stärkt den Dialog mit internationalen, transformativen Nachhaltigkeitsbildungsinitiativen.

Projektbeteiligte

► Karlsruher Institut für Technologie: Dr. Susanne Gerstberger , Sophie Decker (M4), Eva Wendeberg (M3), Annika Weiser (M3), Leonie Hensgen (M2), Markus Szaguhn (M2), Mareike Dötsch (M1+M4), Judith Borel (M1), Sophie Fribus

► Universität Freiburg: Dr. Katja Brundiers, Alexandra Ramey (M3+M5), Laura Lopes Lange (M3), Daniel Sassiat (M1+M2), Clara Zeitnitz

Impressionen


Impact und Beiträge

Veranstaltungen

Transformative Nachhaltigkeitswissenschaften Universität Freiburg

Wie können Hochschulen Studierende wirksam dabei unterstützen, echte Problemlösungskompetenzen für Nachhaltigkeit zu entwickeln? Dieser Frage widmete sich Dr. Aaron Redman, eingeladen vom ICN‑Projekt Transdisziplinäre und transformative Nachhaltigkeitsbildung an Hochschulen in Baden-Württemberg (TTNB). Über 35 Teilnehmende aus Uni Freiburg, KIT, PH Freiburg, Uni Basel sowie weiteren Einrichtungen nutzten die Gelegenheit zum fachlichen Austausch an der Universität Freiburg. In der anschließenden Diskussion standen Herausforderungen und Zukunftsfragen der Nachhaltigkeitsbildung im Mittelpunkt – z.B. wie sich entsprechende Kompetenzen wirksam vermitteln, fair bewerten und durch Open‑Source‑KI unterstützen lassen.

Die Impulse des Workshops fließen in ein weiteres Arbeitstreffen ein, das im Mai 2026 stattfinden wird. Weitere Informationen folgen in Kürze.

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